Erziehungs-Basics für die Corona-Krise?

Hey Du,

vielleicht hast Du gerade mehr Zeit zum Lesen.
Wie geht es Dir so?
Dein Kind oder deine Kinder sind jetzt den ganzen Tag daheim.
Genießt du das oder bedeutet es für dich mehr Stress?

Ich kann mich noch erinnern, als 2005 meine drei Kinder (4, 2, 0 Jahre) die Windpocken bekamen.
Mit der Diagnose, schoss mir ‚Oh Gott, jetzt hab ich sie 2-3 Wochen durchgehend an der Backe!‘ 🙂 durch den Kopf.
Die ersten Tage waren richtig nervenraubend. Es schaukelte sich irgendwie auf. Warum wurde es jetzt so viel anstrengender?

Ich erkannte, dass ich mit meinem alltäglichen Erziehungsstil nicht mehr weiter kam. Die „Kommunikationsfallen“ rächten sich 1:1.
Denn es fehlte der Puffer des Kindergartens. Jetzt gab es keine Auszeit, keine Zeit des Vergessens, der Wiedersehensfreude, des Abstandnehmens.
Nun folgte auf meinen Druck immer Gegendruck. Wenn nicht in dieser Situation, dann in der nächsten. Das machte es anstrengender.

Aber ich wusste bereits, dass es anders und besser ging. Meine Gordon-Kurs-Teilnahme lag erst ein paar Monate zurück.
Es gab schon Veränderungen in meinem Erziehungsstil. Nur scheinbar nicht ausreichend. Dies sollte jetzt meine beste Übungszeit werden.
Eine einfühlendere Sichtweise und etwas mehr von der neuen Kommunikation half mir den Druck rauszunehmen.
Am Ende der Windpocken-Zuhause-Zeit dachte ich: „Irgendwie auch traurig, dass könnt ruhig noch so weiter gehen.“

Und nun 2020. Auch bei dieser Krise mussten wir uns erst wieder hineinfinden. Und tun es noch.

Es ist schon eine krasse Zeit. Die Unsicherheit beschäftigt(e) mich. Ich habe oft nach den neusten Corona-Zahlen geschaut
und das ganze nicht wirklich verstanden. Was jetzt vermutlich noch nicht anders ist. Nur die Zahlen interessieren mich nicht mehr so.
Ich war in Angst, gestresst und von den Umständen, auch von der Familie, angenervt. Alte Muster kamen hoch.
Auch blöde Glaubenssätze: Ich muss mich um alles kümmern. Ohne mich läuft der Laden nicht… zum Beispiel. Nun fahre ich mich langsam runter. Werde langsamer.
Und fühle mich besser. Aber es ist auch noch Luft nach oben. Da gibt’s noch einige Kurven auf meinem Veränderungswunsch-Weg. 🙂

Ruhiger wurde ich auch, weil Dank einer Familienkonferenz die Aufgaben nun für alle gerecht verteilt sind.
Die Umsetzung funktioniert. Das stimmt froh. Besonders wenn man diskutierfreudige Kids hat.
Wer kocht Mittag, macht das Abendbrot, kauft ein… Das ist nun klar. Ein anderer Beschluss lautet: Alle zwei Tage ist großer Familienspaziergang.
Selbst Spaziermuffel haben (aus Versehen? 🙂 zugestimmt und sind nun ohne Gemaule dabei.

Gestern war wieder ein zweiter Tag. Es ging bis zur „Stillen Liebe“. Mit Eierkuchenpicknik. 3,5 h mit Sonne und frischer Luft. Und barfuß.
Bin eigentlich gar kein Barfußläufer. Hab es als Kind gehasst. Aber gestern bin ich, wenn ich mich recht erinnere, dass erste Mal
über einen Kilometer barfuß über picksigen Waldboden gelaufen.* Am Anfang lief ich vorsichtig und wackelig. Dann fühlte es sich mit jedem Schritt natürlicher an.

Vielleicht habt ihr auch viele schöne Momente. Und ein paar die nicht rund laufen. So wie wir.
Bei den schönen wünsch ich euch weiterhin viel Spaß. Das ist die Sonnenseite dieser Krise.
Bei der Schattenseite, wenn’s zwischenmenschlich knirscht, fühlt euch eingeladen mir zu schreiben und eure Situation zu schildern.
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

*(Hatte mir zu meinem 40. Geburtstag vorgenommen, dass ich jedes Jahr etwas mache, was ich noch nie in meinem Leben getan habe. Da kam mir das Barfußlaufen gerade recht.
Außerdem las ich mal, dass sterbenskranke Menschen nach dem befragt wurden, was sie zu viel oder zu wenig in ihrem Leben getan haben.
Auf der Ranking-Liste stand z. B.:  – Zu viel gearbeitet    – zu wenig Zeit mit meinen Kindern verbracht     –  zu wenig barfuß gelaufen.)

1 Kommentar

  1. louitgergsfgdgvvdeep https://google.com a

    25. August 2021 at 23:05

    Smart Communications

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